Mercurs Wiederauferstehung

Und endlich geht es auch mit dem Fahrwerk wieder in die richtige Richtung. Der Fahrzeugrahmen unseres gelben Mercur lag nun lange genug auf Holzböcken im großen Zelt, alles andere fein säuberlich beschriftet und nach Fahrzeug sortiert in Regalen in der Garage.

Es ist eine wahre Freude, aus diesen Einzelteilen nun wieder einen LKW zu machen. Zuerst baue ich die Vorderachse ein. Dann folgen Lenkgetriebe, Bremskraftverstärker und Bremsleitungen, die ich zum Teil neu fertige. Ich beginne mit dem Einbau der Luftdruckleitungen und des Luftdruckbehälters. Der Handbremshebel wird eingesetzt und wartet auf den Anschluss an die Handbremsseile zur Hinterachse. Ich bin bei fast allen Bauteilen in der glücklichen Lage, alles doppelt zu haben. So kann ich mir das jeweils bessere Teil aussuchen. Nur bei der Stoßstange, ebenfalls komplett zerlegt und sandgestrahlt, entscheide ich mich für die originale unsers gelben Mercur. Vor allem aus sentimentalen Gründen. Vor eineinhalb Jahren hätte ein Problem mit der Servolenkung beinahe das vorzeitige Ende unserer Reise in der Türkei bedeutet. Bei dem Zwischenfall „touchierten“ wir eine Betonwand. Die massive Stoßstange wurde dabei leicht verbogen. Jetzt baue ich sie wieder ein. Aberglaube darf sein: Das bring bestimmt Glück!

Der Einbau der Hinterachse verzögert sich etwas. Beim näheren Betrachten der Federpakete fällt mir auf, dass zwei der vier Federaugen stark ausgeschlagen und oval gescheuert sind. Eine lokale Firma fräst die betroffenen Augen neu aus, fertigt passende Lagerbuchsen und presst sie mir gleich noch ein. Ich nutze die Zeit, zerlege die beiden Federpakete und fette sie neu ein. Die Federung ist wieder wie neu und die Montage geht dann auch erstaunlich schnell. Zusammen mit Stephan, der spontan zum Helfen vorbeikommt, baue ich Hinterachse und gleich noch Verteilergetriebe ein. Und nun steht unser Mercur endlich wieder auf eigenen Rädern!

Wie in der Politik: Gut geschmiert läuft’s einfach besser.
Wie am ersten Tag
Stoßstange mit Geschichte
Endlich wieder auf eigenen Rädern